New York, NY, 25. März 2025 — Diese Woche wird sich die internationale Gemeinschaft zum Nutrition for Growth (N4G) Gipfel in Paris versammeln. International Rescue Committee (IRC) fordert die Staats- und Regierungschef*innen der Welt auf, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um den Tod von Millionen Kindern durch extremen Hunger zu verhindern. Heute sind 45 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt. Dabei weisen Kinder, die an schwerer akuter Unterernährung leiden, ein 9- bis 11-fach höheres Sterberisiko auf als ihre gesunden Altersgenossen.
Während die globale Ernährungsunsicherheit zunimmt, sind Ernährungsprogramme auf der ganzen Welt durch die Kürzungen der US-Finanzmittel gefährdet. In einigen der schwierigsten Kontexten der Welt werden Programme geschlossen und kritische Hilfeleistungen unterbrochen.
IRC leitet zahlreiche Stabilisierungszentren für schwer unterernährte Kinder auf der ganzen Welt. Viele dieser Zentren sind derzeit aufgrund von Mittelkürzungen, Unterbrechungen der Lieferketten, Versorgungsengpässen von therapeutischer Fertignahrung (RUTF, Ready-to-Use Therapeutic Foods) und logistischen Problemen von Schließungen oder Störungen betroffen. Bis zu 1000 Kinder pro Monat werden dort unter intensivmedizinischen Bedingungen behandelt. Selbst eine kurzzeitige Unterbrechung der Behandlung kann für die am stärksten gefährdeten Patient*innen tödlich sein.
Der schwerwiegende Mangel an therapeutischer Fertignahrung (RUFT) bedroht bereits die Versorgung vieler IRC-Programme in Afrika und im Nahen Osten. Weitere Programme stehen in den nächsten drei Monaten vor Engpässen, da circa eine Million RUFT-Kartons, die in den USA hergestellt wurden, aufgrund von Lieferunterbrechungen ungenutzt in den Lagerhäusern stehen.
N4G Handlungsaufruf
Die internationale Gemeinschaft muss die Fortschritte sichern, die in den letzten zwanzig Jahren in der Bekämpfung von Hunger bei Kindern erzielt wurden, und gleichzeitig dauerhafte, systemische Veränderungen vorantreiben. IRC ruft zu folgenden dringenden Maßnahmen auf:
- Bewältigung der Finanzierungskrise für Ernährung: Mobilisierung und Sicherstellung nachhaltiger öffentlicher und privater Finanzmittel, um dringende Finanzierungslücken zu schließen. Dabei müssen die strategischen Prioritäten in nationalen Ernährungsplänen und globalen Ernährungsinitiativen aufeinander abgestimmt sein.
- Stärkung von Gesundheitsministerien und kommunalen Gesundheitssystemen: Lokale Gesundheitssysteme sollen unterstützt werden, um Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit zu gewährleisten. Kontextspezifische und kosteneffiziente Strategien, wie z.B. vereinfachte Behandlungsprotokolle, sollen verstärkt umgesetzt werden. Behandlungskosten pro Kind können dadurch um bis zu 36 Prozent gesenkt werden, so dass mehr Kinder mit weniger Ressourcen erreicht werden können.
- Sicherstellung der Verfügbarkeit von therapeutischer Fertignahrung (RUTF): RUTF-Lieferketten müssen durch lokale Lösungen gestärkt werden. Standardisierte sowie zeitnah verfügbare Behandlungsprodukte sollten gefördert werden, um Wirkung und Kosteneffizienz zu erhöhen. Ohne Maßnahmen könnten Tausende von Kindern von lebensbedrohlichen Verzögerungen ihrer Behandlungen betroffen sein.
- Förderung der globalen Rechenschaftspflicht für Ernährung: Überwachungs- und Evaluierungssysteme müssen gestärkt werden, einschließlich des Nutrition Accountability Framework, um eine transparente und verantwortungsvolle Verwendung der Finanzmittel für Ernährung zu gewährleisten und die Wirkung jedes investierten Euros zu maximieren. .
Dr. Mesfin Teklu Tessema, Senior Technical Director Gesundheit, IRC, sagt:
„Der Nutrition for Growth Summit muss ein Wendepunkt sein. Die heute getroffenen Entscheidungen werden darüber entscheiden, ob Millionen von gefährdeten Kindern leben oder sterben. Die Behandlung von Unterernährung ist eine kosteneffiziente Maßnahme und rettet Leben. Sie ist eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, globale Gesundheit und Wirtschaftswachstum zu fördern. Die Staats- und Regierungschef*innen der Welt müssen dringend handeln – um kritische Finanzierungslücken in der Behandlung von Unterernährung zu schließen, Lieferketten zu lokalisieren sowie widerstandsfähige Gesundheitssysteme aufzubauen, die die Zukunft eines jeden Kindes sichern.“
IRC ist bereit, mit Regierungen, Gebern und Akteuren des Privatsektors zusammenzuarbeiten, sodass kein Kind an Unterernährung stirbt, wenn Lösungen vorliegen.